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3D im Kino – Nein Danke.

15.03.2010

3D Brille klicken für große Version

In der vergangenen Woche habe ich es endlich geschafft, in den erfolgreichsten Film aller Zeit zu gehen: Avatar, der zugleich auch mein erstes 3D-Kino-Erlebnis war — und auch das letzte bleiben wird.

Warum? Das hat mehrerer Gründe.

Der Preis

12 € oder mehr für eine 3D-Kino-Karte zu verlangen ist schlichtweg zu viel. Ich kann nachvollziehen, wie dieser Preis zustanden kommt, aber trotzdem ist er für mich viel zu hoch. Ich war ehrlich positiv überrascht, dass wir im Cinemaxx in Offenbach mit unseren ein Jahr alten Kinogutscheinen bezahlen konnten — ohne Aufpreis!

Die Technik

Das unangenehmste am 3D-Kino ist für mich aber die Technik. Letztendlich ist es ja kein echtes 3D, sondern ein Illusion, bei der für den Betrachter entschieden wird, was scharf ist und was nicht. Ich hatte während der Vorstellung mehrfach das Verlangen, Teile des “Hintergrundes” scharf zu fokussieren, was natürlich nicht geht. Am Ende des Films hatte ich dann ein seltsames Gefühl auf den Augen.

Zusätzlich muss man sich in jeder Szene irgendwie orientieren, um den scharfen Teil zu finden — natürlich liegt der meist in der Mitte, trotzdem war ich oft irgendwie von den 3D-Effekten abgelenkt.

Mich stört die Bevormundung meiner Augen, man wird durch den Film in einer Art Tunnelblick geschickt.

Mehrwert

Jetzt mal abgesehen davon, dass ich 3D unangenehm finde, fehlt mir auch der wirkliche Mehrwert. Ich brauche kein 3D um atemberaubend schöne oder fantastisch actionreiche Filme zu erleben. 3D wird als Revolution verkauft — für mich ist es nur eine nette Spielerei.

Ausblick für den 3D-Film

Die Idee ist gut, die Umsetzung aber zu weit von echtem 3D entfernt. In Zukunft werden uns Filme in echtem 3D vorliegen, dass bedeutet nicht mehr als Folge von stereoskopischen Einzelbildern sondern als 3D-Rohdaten, wie in heutigen Computerspielen üblich.
Die Ausgabe erfolgt dann als Echtzeitberechnung, bei der der Blickpunkt des Zuschauers berücksichtigt wird. Blicke ich auf eine Felsformation weit im Hintergrund, wir dieses scharf gestellt, Blicke ich zurück zum Protagonisten ist der wieder scharf. Ich kann sogar den Blickwinkel der Kamera frei wählen, sofern ich das möchte.

Ergänzug von Alexander Stroh

Mein Freund Alex — seines Zeichens der größte Filmfreak vor dem Herrn, den ich kenne — hat natürlich auch was zu dem Thema zu sagen …

Unschärfen in Randbereichen des Bildes

Normalerweise konzentriert man sich auf die Bildmitte, wo das Geschehen stattfindet, jedoch bei Effekten in 3D, die von der Bildmitte an den Rand wandern, werden diese unscharf. Das kann nun natürlich an der Sitzposition liegen, auf jeden Fall ist es unschön und schmälert das Erlebnis doch sehr….

Kein echtes 3D sondern 2D mit Tiefenwirkung

Die 3D-Darstellung im Kino funktioniert mittels zweidimensionaler Abbildungsmechanismen (Stichwort DLP, D-ILA oder LCoS). Folglich kann man auch keine wirklichen dreidimensionalen Objekte auf der Leinwand abbilden sondern erzeugt durch stereoskopische Projektion mittels polarisiertem Licht den Eindruck von Tiefe. Störend bei diesem Verfahren ist, dass die einzelnen Bildobjekte wie ausgeschnitten und innerhalb der Bildebene platziert wirken. Dies hat einen doch sehr unnatürlichen Bildeindruck zur Folge, ist aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu ändern.

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03
2010

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